Fragen an den Autopapst
Opel Vivaro – Kupplung undicht
erstellt am: 17. Aug. 2010 | von Redaktion
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Sehr geehrter Herr Kessler
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ich höre immer mit Interesse Ihre sehr gute Sendung “Die Sonntagsfahrer” auf Radioeins. Heute habe ich selbst mal ein Problem.
Hier die Details:
Im April stellte ich fest, dass bei meinem Opel Vivaro (KBA-Nr.: 0035 430) die Kupplung undicht war und Flüssigkeit verlor. Das Kupplungspedal kehrte nicht immer zum Ausgangspunkt zurück, sondern blieb oft auf halbem Weg stehen.
Manchmal war über Nacht die ganze Kupplungsflüssigkeit ausgelaufen, so dass das Kupplungspedal ganz unten und kuppeln nicht mehr möglich war. Ich goss dann Flüssigkeit nach und pumpte dann mit der Hand das Pedal 80 – 200 Mal auf und ab, was das Problem für einige Tage oder sogar Wochen löste.
Einen sehr merkwürdigen Effekt gab es aber bei Autobahnfahrten: Sobald ich ca. 30 min im 5. und 6. Gang gefahren war, war das Kupplungspedal fast ganz unten und ich konnte gerade noch kuppeln. Sobald ich dann auf eine Raststätte fuhr und den 1. – 4. Gang benutzte, war das Pedal wieder oben und funktionierte einwandfrei. Kupplungsflüssigkeit war nicht ausgelaufen. Im 5. und 6. Gang auf der Autobahn war das Pedal dann wieder unten.
In einem Internetforum wurde dann eine Flüssigkeit mit Nanoteilchen empfohlen, die undichte Dichtungen wieder schließen sollte .
Obwohl ich skeptisch war, verwendete ich 20 ml dieser Flüssigkeit und die Kupplung war tatsächlich innerhalb von 2 Tagen wieder völlig in Ordnung.
Ca. 2 Monate war alles ok, dann gab es plötzlich Probleme mit der Bremse: Bei schnellem und hartem Treten des Bremspedals war die Bremswirkung ganz normal. Bei leichtem Druck (z.B. beim Stehen vor einer Ampel) bewegte sich das Bremspedal langsam fast bis ganz nach unten; erst dann setzte die Bremswirkung ein.
Zweimal blockierte während der Fahrt ein Bremskreislauf (Rad hinten links und Rad vorne rechts), so dass eine Weiterfahrt erst nach 40 bis 60 Minuten wieder möglich war.
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Ein ADAC-Pannenhelfer und eine Werkstatt meinten, dass die Nanoflüssigkeit  die Ursache für die Bremsprobleme sein könnten (beim Vivaro sind Brems- und Kupplungsflüssigkeit identisch und werden über die gleiche Öffnung eingefüllt).
Dies scheint tatsächlich so zu sein, da beim Vivaro meines Bruders genau die gleichen Probleme aufgetaucht sind (erst mit der Kupplung und dann, nach der Verwendung der Nanoflüssigkeit, die gleichen Probleme mit der Bremse).
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Nachdem wir die Kupplungs-/Bremsflüssigkeit ausgetauscht haben, waren die Bremsen bei meinem Bruder und bei mir nach kurzer Zeit wieder in Ordnung (vermutlich weil die Nanoteilchen wieder ausgewaschen wurden).
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Bei meinem Wagen gab es dann 4 Wochen keine Probleme mehr mit Kupplung und Bremse. Ich kam sogar ohne Probleme durch die HU.
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Am 4. August ging dann die Kupplung völlig kaputt (ohne dass Flüssigkeit ausgelaufen war) und musste repariert werden. Es wurden Kupplungssatz, Zentralausrücklager und der Geberzylinder ausgetauscht (Kosten ca. 1300 €).
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2 Tage nach der Reparatur gab es dann bei der Bremse die gleichen Probleme wie oben (nur die Blockierung der Bremse trat noch nicht auf). Auch das Kupplungspedal blieb wieder oft auf halber Höhe stehen und ich stellte fest, dass wieder Flüssigkeit ausläuft.
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Eine 2. Werkstatt riet mir, zuerst einmal den Hauptbremszylinder auszutauschen, um die Bremsprobleme zu lösen.
Bevor ich aber weitere kostspielige Reparaturen machen lasse, hätte ich gerne eine Meinung von einem unabhängigen Fachmann wie Ihnen.
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Ihren Mut bewundere ich! Ich hätte mich nicht getraut, eine dubiose Flüssigkeit aus dem Internet in mein Bremssystem zu gießen. Die Bauteile (speziell die Kunststoffdichtungen und -manschetten) der Bremszylinder sind extrem empfindlich, wenn sie mit etwas anderem als der zulässigen Bremsflüssigkeit umspült werden. Wahrscheinlich sind sowohl im Hauptbremszylinder als auch in den Bremszangen/Radbremszylindern die Membranen/Manschetten gequollen und undicht (also defekt!). Im Ergebnbis bedeuetet das: Alles neu…
Die Ursache für die Kupplungsproblematik würde ich in einem undichten Druckschlauch zwischen Geber- und Nehmerzylinder der Kupplungsbetätigung suchen.
Der Versuch mit der Nanoflüssigkeit hat wahrscheinlich durch die „Quellwirkung“ vorübergehend das Leck in der Druckleitung zuquellen lassen; eine Dauerlösung war es aber nicht. Jetzt muss doch die „große Lösung“ bezahlt werden.
Gruß vom Autopapst












