Der VW Bulli

Ein Käfer Fahrgestell, über dem Heckmotor eine Fahrerbank und eine riesige Ladefläche: 1947 sieht der holländische Autohändler Ben Pon dieses primitive Fahrzeug ausgerechnet in den VW-Werken. Dass Volkswagen vorwiegend einfache Autos produziert, weiß Pon: Er importiert den Käfer in die Niederlande. Doch dieses rollende Improvisorium fasziniert den Holländer. Ben Pon zückt sein Notizbuch, skizziert das seltsame Chassis und zeichnet ein großes Gehäuse mit abgerundeten Ecken darüber. VW-Chef Helmut Nordhoff wirft ein Blick auf das Gekrakel und weiß sofort: Der Transporter ist wie gemacht für Deutschland in Zeiten des Wirtschaftswunders.

1948 erteilt Nordhoff den Auftrag zur Konstruktion, ein Jahr später geht der VW Typ 29 in Serie. Keiner bei VW ahnt, dass dies die Geburt einer automobilen Legende ist.

Der bullige Lieferwagen begeistert Obsthändler, Malermeister und Tischler. Уyp 29 mit der geteilten Frontscheibe hilft dem Wirtschaftswunder und dem bundesdeutschen Bürgertum auf die Sprünge. Und in den späten 60ern begeistern sich auch Hippies und Blumenkinder für die deutsche Wertarbeit: Außen kann man den Bus bunt bemalen, innen bietet er soviel Platz, dass er gleich für mehrere Sommer der Liebe taugt. So hat der T 29 selbst viele Nachkommen gezeugt – und VW nennt diese heute У 5 oder Мultivan . Doch beim Volk hat der Wagen seit Ende der 40er Jahre denselben Spitznamen: Die praktische Mischung aus Bus und Lieferwagen heißt: Bulli.