Lukratives Geschäft mit limitierten 911-Modellen

Der leistungsstärkste Seriensportwagen in der Geschichte der Porsche AG ist nicht nur auf der Straße schnell unterwegs: In kürzester Zeit wurden alle Exemplare des auf 500 Stück limitierten 911 GT2 RS verkauft. Trotz 620 PS aber 1.370 kg leicht, ist dieser Elfer ein Musterknabe an dynamischer Effizienz. Denn trotz der Mehrleistung von 90 PS sollen Verbrauch und CO2-Emissionen gegenüber dem 911 GT2 um rund fünf Prozent auf 11,9 Liter/100 km und 284 g/km sinken. Der bewährte 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, der von zwei Turboladern mit variabler Turbinen-Geometrie zwangsbeatmet wird, leistet stramme 620 PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h.

Das am 25. August 2010 auf dem Autosalon Moskau vorgestellte Topmodell unterstreicht die Erfolgsgeschichte des Elfers. Bei einem Preis von 237.578 Euro sollte dieser 911er auch ein erfolgreiches Konzept sein. Hintergrund: Bekanntlich sind Modelle, die auf eine limitierte Stückzahl begrenzt sind, immer erheblich teurer als das Grundmodell und schnell vergriffen. Der Reiz des Einzigartigen lockt die Kundschaft an, da wundert es nicht, das Kleinserien ein lukratives Geschäft für den Hersteller sind.

Dabei ist der 911 GT2 RS ist nicht die einzige 911-Variante in begrenzter Stückzahl. Mit einer wesentlich geringeren Stückzahl als 500 Einheiten (GT2 RS) steht jetzt der 911 Speedster am Start, der auf dem Pariser Autosalon seine Premiere feierte und sich schon großer Beliebtheit erfreut. Wer den auf 356 Einheiten limitierten offenen 911er haben möchte, muss sich bereits beeilen und mindestens 201.682 Euro zahlen wollen. Wie den neu in die Modellpalette aufgenommen 911 GTS (ab 104.935 Euro) ist auch der Speedster mit dem 3,8-Liter Sechszylinder-Boxermotor mit 408 PS (300 kW) ausgerüstet – 23 PS mehr als ursprünglich im 911 S. Zudem greift der heckgetriebene Speedster auf die breitere Karosserie (plus 44 Millimeter) des allradgetriebenen 911 4S zurück. Serienmäßig wird die Kraft über das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) übertragen und für eine optimale Verzögerung sorgt die ebenfalls serienmäßige Porsche-Keramik-Bremsanlage (PCCB).

Die Porsche Exclusive hat anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums, das 2011 gefeiert wird, den 911 Speedster aufgebaut. Der hauseigene Veredler ist auf Individualisierungen von Porsche-Fahrzeugen und Kleinserien spezialisiert. Dass der markante Zweisitzer sich von den anderen 911er erheblich absetzt, ist keine Überraschung: Eine um 60 Millimeter niedrigere und stärker geneigte Frontscheibe, ein manuelles Stoffverdeck und die charakteristische Doppelhutze auf dem Verdeckdeckel stehen für den Speedster. Warum werden nur 356 Einheiten des aktuellen 911 Speedster gebaut ? Die Antwort ist denkbar plausibel: Der erste Speedster startet 1953 auf Basis des Porsche 356.

Der 911 GT2 RS wie such der 911 Speedster werden ebenso wenig die letzten Kleinserien-Varianten des 911 sein, wie es der 911 Sport Classic im vergangenen Jahr war. Zum Preis von 201.682 Euro war dieser Elfer auf 250 Einheiten limitiert und sehr schnell ausverkauft. Mit seinem feststehenden Heckspoiler – auch Entenbürzel genannt – erinnert der 911 Sport Classic an den legendären 911 Carrera RS 2.7. Wie den gerade in die Modellpalette aufgenommenen 911 GTS hat der Sport Classic die verbreitete Karosserie und das auf 408 PS leistungsgesteigerte 3,8-Liter-Triebwerk.

Porsche bietet heute insgesamt 18 verschiedene 911-Varianten an, plus den bereits ausverkauften 911 Sport Classic und 911 GT2 RS sowie dem neuen 911 Speedster. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)